Dr. Gregor Mayntz:
„Neue Perspektiven fürs Regieren – Kunst am Bau“

Artikel zur Einweihung des Kunst-am-Bau-Werkes ZUSAMMENHALT im Bundesministerium des Innern (BMI), veröffentlicht am 10. August 2017 in der Rheinischen Post

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de

„…’Zusammenhalt‘ heißen die 30 schmalen, kunterbunten und über vier Meter hohen Stelen. Von der Seite aus gesehen bilden sie einen hübschen Kontrast zum dahinter liegenden Ministeriums-Grau. Die Farbstreifen laufen auf Farbmuster an der Stirnseite der Stelen zu, entpuppen sich als Pixel, die sich wiederum je nach Standpunkt des Betrachters zu einem Bild mit Menschen ergänzen: eine Umformung also, eine Anamorphose. De Maizière sieht darin die Symbolik für das Individuum, für dessen Rechte sich das Verfassungsministerium einzusetzen habe, das aber zusammen zur Gruppe und zur Gemeinschaft werde – abhängig vom Standpunkt des Betrachters. Als Zusammenhalt der Gesellschaft sei dies ebenfalls Aufgabe des Ministeriums.
‚Das ist auch eine Frage von Ausgrenzung und Integration‘, ergänzt der Künstler. Und er will in den Stelen auch die Datensätze des Ministeriums mit dem Hinweis verbinden, dass es dabei stets um Menschen gehe. Kunst am Regierungsbau – für de Maizière regt sie anhand dieses Beispieles zum Nachdenken über das eigene Tun an. Sie schärfe dafür den Blick und könne die Wahrnehmung verändern. Sprich: Ruhig mal den Standpunkt ändern und schauen, wie sich die Wirklichkeit dann darbietet. (mehr …)

Prof. Dr. Walter Grasskamp:
„Roland Fuhrmann – Zusammenhalt“

Rede zur Eröffnung der Ausstellung der Ergebnisse des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Bundesministerium des Innern (BMI) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) am 28. Februar 2017 im Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin

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de

„… Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf, der hier vorne zu sehen ist, von Roland Fuhrmann mit dem Titel ZUSAMMENHALT, zeigt eine Mischung aus feingliedrig eingefärbten Stelen und einem Bild, das man als Anamorphose allerdings nur von einem einzigen Standpunkt aus erkennen kann, der sich innerhalb der Sicherheitszone, also hinter dem gut bewachten Zaun befindet – da müssen Sie aber erst einmal hineinkommen!
Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe nach dem Ende der Jurysitzung im Bundesministerium des Inneren einmal versehentlich den Besucherausweis mitgenommen und bin dann einen halben Tag als schusseliges Sicherheitsrisiko durch Berlin gewandelt, bis ich ihn mit dem Taxi wieder abgeliefert hatte.
Der prämierte Entwurf ist damit einer der wenigen, wenn nicht der einzige Entwurf, der den Passanten auf den Wegen außerhalb des Zaunes einen ganz anderen Anblick bietet, als den Benutzern des umzäunten Gartens selber. Den Gartenbesuch macht er zum Ereignis, denn jede Anamorphose aktiviert in uns eine Art ikonische Freude über den überraschenden Zusammenschluss von Disparatem, wie man ihn im realen Leben selten genug erlebt. [mehr …]

Dr. Martin Seidel:
„Roland Fuhrmann – Spektralsymphonie der Elemente“

in: „Kunst am Bau – Projektes des Bundes 2006–2013“
Jovis Verlag Berlin, 2014

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de

„Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum finden nicht immer ungeteilte Zustimmung. Bei der Kunst für das Gebäude der Chemischen Institute und Institute für Wasserwesen auf dem Campus der TU Dresden, einer großen Installation von farbigen Rundstäben, ist dies anders. ‚Einfach toll!‘, ‚Schöne Arbeit – weiter so.‘, ‚gross, aber schön. Kunst noch schöner!‘, ‚Großer Wurf!‘ und ‚wunderbares Schauspiel.‘ Solche Kommentare auf den Webseiten des BauNetz und der Printmedien bringen den positiven Eindruck, den die raumästhetische Stimmigkeit der Kunst hinterlässt, ebenso zum Ausdruck wie ihre Wahl unter die Bilder des Tages auf den Internet-Nachrichtenseiten des ARD. Auch die Architekten des Gebäudes, Klein & Sänger, waren davon angetan; sie machten die Kunst am Bau zum Motiv ihrer Neujahrskarten und luden den Künstler, Roland Fuhrmann, zum Kunst-am-Bau-Wettbewerb für ein neues Bauprojekt ein. [mehr …]

Frank-Thorsten Moll:
„HŒHERE WESEN – Roland Fuhrmann“

Text zur Einzelausstellung im ‚Grenzraum‘ des
Zeppelin Museums Friedrichshafen, 2011/12.

de

„Zufallsfunde von privaten Zeppelinfotos, die von 1920 bis etwa 1930 geknipst wurden, lieferten die Idee für den Titel. Für den Laienfotografen von einst war es wohl eine besondere Herausforderung, den Fotoapparat schnell genug in Position zu bringen, um die rasch dahinziehenden Zeppeline noch im Sucher zu behalten. Allzu oft war das Luftschiff fast hinter Gebäuden verschwunden bevor der Auslöser betätigt werden konnte. Manchmal kam es dann zu einem Häuseranschnitt als schwarze Ecke im rechten oberen Bildrand. Diese kleinen fotografischen „Unfälle“ erinnerten Roland Fuhrmann an einen Klassiker der neueren Malereigeschichte. [mehr …]

Hamish Morrison Galerie, Berlin:
Text to the solo show ‚Im Büro‘

June 19 – August 1st 2009

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en

„Roland Fuhrmann studied sculpture and metal in Halle and in Paris with Christian Boltanski. He graduated in 1997.
In his very diverse work Ronald Fuhrmann outlines (German) history as well as current social-political themes. His work is often critical and documentary. Furhmann’s artistic spectrum includes photography, video and installation. Special technical features often characterise his work. In the series ‚Fest der Schönheit/Festival of beauty‘ images of the former Olympic village in Wustermark from the Olympic games 1936 in Berlin are visible only if the viewer turns the crank. The apparent decay of the Olympic village documents traces of the various occupants of this historic place: athletes, German Wehrmacht, Red Army… Rotating the crank the viewer is drawn back into history and the flickering images bring back memories of Leni Rifenstahl’s Olympic propaganda movie ‚Fest der Schönheit‘. [more …]

Didier Arnaudet:
«La chasse, ici ?»

Catalogue texte dans: HORS DE PORTÉE, Association POLLEN, Monflanquin/France, 2008/09.

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fr

«La chasse, ici ? C’est une substance tout à la fois encombrante, vigoureuse, généreuse, ouverte à l’ampleur et à l’effervescence du réel le plus brutal et de la rêverie la plus fragile,
donc capable d’apparaître sous divers degrés de densité – tantôt matière rude, épaisse, tantôt déploiement fluide, aérien – s’inscrivant surtout dans des formes de vie et de convivialité, mais convoquant aussi des objets offensifs, des constructions sauvages, des conduites guerrières et des organisations d’une redoutable inventivité. Dans ses vidéos, photographies et installations, Roland Fuhrmann porte un éclairage qui mêle observation, contemplation, approche documentaire et échappées narratives, sur le cercle cruel qui enveloppe le prédateur et la proie, et sur le monde des palombières, perchées à la cime des arbres, issues d’étranges ententes entre rigueur et désordre, intérieur et extérieur, immobilité et mouvement, échappant ainsi à toute détermination trop claire. [ suite … ]

Denis Driffort:
„HORS DE PORTÉE – Exposition personelle à POLLEN“

Monflanquin, Aquitaine/France, 2008.

fr

« La diversité des outils utilisés par Roland Fuhrmann empêche son enfermement dans une discipline plus qu’une autre. Photos, vidéos, sculptures, installations participent à une forme d’anthropologie qui passe par une production plastique nourrie, qui ne s’interdit rien, pas même l’humour. Tel un patient horloger, Roland Fuhrmann ‚autopsie“, décortique, démonte puis recompose des ‚formes‘ signifiantes : les évolutions d’un corps dans l’espace se figent dans un tracé qui devient sculpture… une étude du système sanguin humain donne corps à une sculpture monumentale devant un hôpital… un diaporama-vidéo accompagné de rires hystériques et obscènes réactive un banal album photo (celui de sa famille allemande pendant la guerre) en témoignant d’une part de mémoire occultée…  [ suite … ]

Didier Arnaudet:
„Hunting? Here?“

Catalogue text in: HORS DE PORTÉE, Association POLLEN, Monflanquin/France, 2008/09.

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en

„Hunting? Here? It is a matter at one and the same time cumbersome, vigorous, generous,
open to the scope and effervescence of the most brutal reality and of the most fragile dream, yet capable of appearing in various degrees of density—sometimes coarse material, thick; sometimes with a fluid deployment or an aerial display—particularly inscribing itself in life forms and those of hospitality, but also summoning offensive objects, wild constructions, frontline trenches and organizations of terrible inventions. In his videos, photographs and installations, Roland Fuhrmann casts a light—blending observation, contemplation, a documentary approach and narrative digressions—on the cruel circle that encloses hunter and hunted and on the world of a pigeon hunter’s palombières perched at the top of trees. [more …]

Susanne Altmann:
„Zwischen ‚Philosophical toys‘ und mentalen Nachbildern – Roland Fuhrmann und die Kontinuität bildgebender Medien“

Katalogtext zu:
VALUTA, Einzelausstellung im Museum Goch, 2006

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de

„Nachbilder, jene Gaukeleien der Netzhaut, sind real existierende optische, physiologische Phänomene. Selten allerdings werden sie bewusst registriert werden. Sie gehören jedoch untrennbar zur visuellen Wahrnehmungsleistung – und prägen unser sinnliches Erleben über das tatsächlich sichtbare Angebot hinaus. Das Nachbild ereignet sich gleichsam im Zwischenraum von Bild und Bild. Die Existenz von Nachbildern und vor allem deren systematische Untersuchung haben die visuelle Kultur der Moderne entscheidend beeinflusst. [1]
Das 19. Jahrhundert war das Labor, wo – in einer turbulenten Grauzone zwischen Spiel und Experiment – die entsprechenden Pioniertaten stattfanden. 1827 setzte Charles Wheatstone sein Kaleidophon, das bereits optische Reize mit akustischen sowie physikalischen Vorgängen koppelte. Das Thaumatrop oder ‚Wunderscheibe‘ genannt und um 1825 von John Paris entwickelt, war eine Art ‚Spielzeug, das auf dem Prinzip der Nachbildwirkung (Persistenz) beruht. [mehr …]

Christoph Tannert:
„Vom Lernen aus der Geschichte“

Katalogtext zu VALUTA,
Einzelausstellung im Museum Goch, 2006.

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de

„Darf man aus dem Bundesadler einfach einen Flügel spreizenden Flattermann machen, so wie das die Infunktionssetzung von Roland Fuhrmanns ‚Großem Hampelmann‘ nach sich zieht? Wer will aus dem Korb aller Grundrechte die Freiheit der Kunst über ihre Grenzen hinaustragen? Hat diese Freiheit nicht immer auch mit Verantwortung zu tun?
Dem Künstler in dieser Hinsicht einen Vorwurf machen zu wollen, hieße seinen künstlerischen Ansatz grob zu missachten, denn das Gegenteil ist der Fall! Fuhrmanns Kunstwerke sind nicht die Vehikel zur effekthascherischen Inszenierung einer Provokation, sondern vielmehr ein Fingerzeig auf die zuweilen Angst machende Normalität. [mehr …]

Susanne Altmann:
„Between ‚philosophical toys‘ and mental afterimages –
Roland Fuhrmann and the continuity of image-making media“

Catalogue text to: ‚VALUTA‘, Museum Goch, 2006

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„Afterimages, those tricks of the retina, are real-existing, physiological, optical phenomena. But it is rare for them to be registered consciously. In spite of this, they are an inseparable part of visual perception – and they shape our sensory experience beyond that which is actually visible. The afterimage takes place, one might say, in the space between one image and the next. The existence of afterimages, and especially their systematic study, has had a crucial impact on the visual culture of modernity. [1]
The nineteenth century was the laboratory where – in a turbulent grey area between play and experiment – the pioneering work in the field was done. In 1827, Charles Wheatstone introduced his kaleidophone, which was already capable of coupling optical stimuli with acoustic and physical processes. [more …]

Christoph Tannert:
„Learning from History“

Catalogue text to:
‚VALUTA‘, solo exhibition at Museum Goch, 2006

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en

„Is it permitted to simply turn the federal eagle into a Jumping Jack spreading his wings, as Roland Fuhrmann’s ‚Grosser Hampelmann‘ (Big Jumping Jack) does when put into action? Who wants to carry artistic freedom beyond its limits, out of the basket of fundamental rights? Doesn’t this freedom also always have something to do with responsibility?
The urge to reproach the artist in this way would be a gross misunderstanding of his artistic intention, because the opposite is the case! Fuhrmann’s works of art are not a vehicle for the sensationalist staging of a provocation, but rather a hint at the fears normality can produce. In times when Germany’s federal cabinet has so-called threat analyses drawn up and bases new security doctrines on them, one can express concern, including with artistic means, about the way the threat is to be combated, precisely because German interests ‚in the age of globalization cannot be defined solely geographically‘, as the magazine DER SPIEGEL documents in relation to the new ‚White Paper‘ of Defense Minister Franz Josef Jung (Christian Democratic Union party). [more …]

Benedikt Kraft:
„Treibender Rhythmus – Skulptur in Dresdner Tanzschule übergeben“

DBZ Deutsche Bau Zeitschrift, 8/2006.
VALUTA, Museum Goch, 2007.

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de

“ ‚Ich will nicht hübsch und lieblich tanzen !‘, soll die Tänzerin und Tanzpädagogin Gret Palucca (1902–1993) einmal gesagt haben, und das, was der Künstler Roland Fuhrmann in der Verbindung zwischen Neu- und Altbau installierte, ist genau solches nicht. Die 1925 von Palucca gegründete Tanz-Schule in Dresden wird nach manchem Statuswechsel zuletzt 1999 in einer Neufassung des Sächsischen Hochschulgesetztes als Hochschule für Tanz geführt. Das war der Grund dafür, den Bestand zu sanieren und um Neubauten zu ergänzen; darunter ist auch ein Internat für 50 junge Tanztalente. Im Rahmen der feierlichen Übergabe – den Realisierungswettbewerb gewann 2001 das Hannoveraner Büro Storch Ehlers Partner Architekten, die Gesamtarbeiten sollen im nächsten Jahr abgeschlossen sein – wurde auch die Installation Fuhrmanns, „Treibender Rhythmus“ übergeben, die den weitgestreckten Raum zwischen Alt- und Neubau auffüllt, Alt und Neu verbindet. [mehr …]

Benedikt Kraft:
„DRIVING RHYTHM – Sculpture Handed Over To Dresden Dance School“

DBZ Deutsche Bau Zeitschrift, 8/2006.
VALUTA, Museum Goch, 2007.

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en

„The dancer and dance teacher Gret Palucca (1902- 1993) is quoted as having said: ‚I don’t want my dancing to be nice and lovely!‘ – and what the artist Roland Fuhrmann has installed in the connecting tract between the old and new sections of this building is also neither of these. After numerous changes of status, most recently in 1999, the dance school founded by Palucca in 1925 is now operating as the Dance Academy following an amendment of Saxony’s University Act. This was the reason for restoring the existing building and adding new ones, including a boarding school for 50 young dance talents. The inauguration ceremony – the design competition was won in 2001 by the Hanover-based architects Storch Ehlers Partner, work is due for completion next year – included the handing over of Fuhrmann’s installation Treibender Rhythmus (Driving Rhythm) which fills the area between the two parts of the complex, linking old and new. [more …]

Christoph Tannert:
„Tugendterror“

Katalogtext zur Ausstellung: BERLIN-MOSKAU 1950-2000
im Martin-Gropius-Bau Berlin, 2004.

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de

„Roland Fuhrmanns Fortifikationsmaschine ist ein Symbol für die ‚Barrikade in Permanenz‘, von der die selbst ernannten ‚Fortschrittlichen‘ orakelten. Wo schritten sie eigentlich hin? Die blutige Revolution, die als Vehikel der Übergangszeit zum paradiesischen Zustand existieren muss, wie auch die Genossen der RAF träumten, wann, mit wieviel Toten auf beiden Seiten des Schützengrabens, sollte sie enden?“ Christoph Tannert

Christoph Tannert:
„Terror of Virtue“

Catalogue text to: BERLIN-MOSKAU 1950-2000
Exhibition at Martin-Gropius-Bau Berlin, 2004.

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en

„Roland Fuhrmann’s fortification machine is a symbol for the ‚Barricades in Permanence‘ which the self-avowed ‚progressives‘ have been prophesying. Where have they gone? The bloody revolution, necessary as a vehicle of transition to a state of paradise as the comrades of the RAF dreamed, when, and with how many deaths on both sides of the barricades, is it supposed to end?” Christoph Tannert

Monika Polak:
„Mechanically“

Catalogue text of the exhibition „kocham cie z daleka“
(I love you from far) at Arsenal Gallery Poznan/Poland
2001/02

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„FORTIFICATION by Roland Fuhrmann, a German artist, resembles a war machine, ‚armoured‘ and indestructible; it sounds the alarm of its location though some people tend to see it as a flower shape with pistil hidden among transparent petals. The orange tape glued to the floor around an installation made of barbed wire, an iron funnel, motion sensors and caterpillars marks out of danger site. When approaching the coils of barbed wire, we set off a chain reaction: detectors make the alarm go off the moment we cross or bend over the demarcated line. For Roland Fuhrmann, a German sculptor, a student of (among others) Christian Boltanski and Tony Brown, the European‘s otherness in Europe, foreignness and assimilation, does not involve problems. [more …]

Gerrit Gohlke:
„Eröffnungsrede zur Ausstellung des Kaiserring–Stipendiaten Roland Fuhrmann“

Mönchehausmuseum für Moderne Kunst Goslar, 29. Oktober 2000.

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de

„Meine sehr verehrten Damen und Herren,
es ist meine Aufgabe, hier ein paar einleitende Sätze zu den Arbeiten Roland Fuhrmanns zu sagen. Das ist einerseits keine ganz einfache Aufgabe, andererseits erledigt sie sich fast von selbst. Nicht ganz einfach ist sie, weil Roland Fuhrmann vor allem Arbeiten entwickelt, die im öffentlichen Raum nicht nur installiert werden, sondern die vorhandenen Räume mit technischer Finesse in Bewegung versetzten oder hörbar machen. Von eingriffen in Räume kann man erzählen, eigentlich aber muss man sie erlebt haben. Andererseits erledigt sich die Aufgabe von selbst, weil die Installationen keinem vorgefertigten Konzept, keiner vom Künstler mitgebrachten Anleitung folgen, sondern Werk für Werk Reaktionen auf örtliche Gegebenheiten sind. Es gibt kein theoretisches System, das in seinen Variationen aus den Arbeiten abzuleiten wäre. Es genügt, Installation für Installation selbst sprechen zu lassen. Die Konstante, die sich rasch herausstellt, ist weniger eine Art Handschrift in der Nutzung des Raumes als eine Haltung im Umgang mit dem Publikum. [mehr …]

Susanne Altmann:
„Dresden–Paris–Goslar, Kinetische Kunst von Roland Fuhrmann“

Dresdner Kulturmagazin, Juli 2000.

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„In den Elektrizitätswerken der Stadt Halle fährt ein Paternoster der besonderen Art. ‚Lichtbegegnung‘, die kinetische Skulptur des gebürtigen Dresdners Roland Fuhrmann, zieht sich als gläserne Röhre vom Parkhaus bis zum Dach durch fünf Stockwerke. Natürlich mussten Boden und Decken durchbohrt werden, um die transparente Stele zu ermöglichen. In ihrem Innern bewegen sich gemächlich vereinzelte Glühlampen durch das Gebäude, fahren zwölf Minuten aufwärts und genauso lange abwärts, und hin und wider begegnen sich zwei von ihnen. Ihr Licht scheint sich in diesem Moment zu addieren und flammt kurz auf, und ebenso abrupt, wie sie begonnen hat, ist die ‚Lichtbegenung‘ wieder vorüber. [mehr …]

Gerrit Gohlke:
„Die Austreibungsmaschinerie“

Katalogtext zur Ausstellung ‚www.vockerode-art.de‘
zur EXPO 2000 im Kraftwerk Vockerode, 2000.

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„Für das ‚ortsspezifische’ Event ist der Bau, in dem es Platz nimmt, ein Resonanzinstrument. Der ästhetische Eingriff gleicht dem Anschlag eines Tons, mit dem man die Klangqualität eines Fundstücks erprobt. Uns so ist der bestmögliche Einpassungserfolg, mit dem die Kunst die Aneignung einer eben demontierten Industriearbeitsstätte betreibt, die wortwörtliche Bespielung der Architektur. Neben der schauerlich entleerten Maschinenhalle sind in Vockerode nur noch Resteingeweide verblieben, sechs Dampfkessel wie stählerne Kirchturmspitzen, die als zwecklose Gefäße in einem Seitenschiff des Gebäudes stehen. Es scheint nicht viel anders denkbar, als andauernd an ihre Wände zu schlagen, gewissermaßen einen Scheinklang im Wrack zu erzeugen, als letzten Reflex einer verblichenen Vitalität. Der Berliner Künstler Roland Fuhrmann hat im ehemaligen Großkraftwerk Elbe 50 maschinelle Module installiert. Sie heften als parasitäre Maschinen an den Kesseldecken und erzeugen Echos eines untergegangenen Lärms einer untergegangenen Produktivität. [mehr …]